Wohnen

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Wohnimmobilien – und damit die Mieten – werden aus vielen Gründen teurer; die gravierendste Ursache dürfte wohl die Nullzinspolitik sein. Leider können wir das nur auf europäischer Ebene ändern. Auf Landesebene wird die Landesbauordnung gerade entrümpelt, um mehr Bauen, die Verdichtung der Städte, neue Baugebiete und höhere Mietshäuser zu ermöglichen (Link). Bei anderen Parametern könnten wir kommunal ansetzen:

  • Nebenkosten machen die „zweite Miete“ aus. Da hat Flensburg vor kurzem gewaltig hingelangt mit einer Erhöhung der Grundsteuer um 42%.
  • Wohnungen werden nicht weniger, es ziehen mehr Menschen in die Städte. Warum das so ist, ist umstritten – aber anscheinend ist das Umland nicht mehr attraktiv genug. Hier wären bezahlbare Wohnungen in toller Lage vorhanden. Mit einer starken und attraktiven Anbindung, zB per Bahn vom ZOB aus, würde das Umland auch für Menschen interessant, die sich kein Auto leisten können oder wollen.
  • Eine Stadt-Umland-Kooperation zwischen Flensburg, Harrislee, Glücksburg und Handewitt könnte die Probleme auch der Wohnraumversorgung gemeinsam angehen. Leider ist hier seit 2015 Stillstand.
  • Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist illusorisch; die finanziellen Möglichkeiten hierzu wurden in den letzten Jahrzehnten verspielt. Möglich wäre aber eine öffentlich-private Partnerschaft (sogen. ÖPP) für Wohnungsbau zwischen Stadt und Bauwirtschaft, in der die Stadt vom kaufmännischen Sachverstand der Betriebe profitieren würde. Allerdings ist eine ÖPP nur dann gut, wenn man in der Lage ist, Verträge richtig zu verhandeln: Bei der letzten ÖPP (Campusbad) wurden die Gewinne privatisiert und die Risiken landeten bei der Stadt.

Eine Quote für sozialen Wohnraum halte ich in den diskutierten Höhen für populistischen Unsinn: Die Mieten müssen die Kosten decken, sonst geht der Bauunternehmer bankrott. Quoten können nicht beliebig hoch festgesetzt werden, das ist auch allen bekannt. Je mehr billige Wohnungen in einem Projekt gebaut werden müssen, desto teurer wird der Rest – und gekniffen sind mal wieder die, die gerade eben keine staatliche Stütze bekommen.