Regierungsbeschlüsse zur Coronakrise – meine Perspektive im Leserbrief

Regierungsbeschlüsse zur Coronakrise – meine Perspektive im Leserbrief

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Angst treibt die Menschen – die Angst vor Ansteckung, um die Liebsten, vor Krankheit und Tod. Dazu die Angst um den Arbeitsplatz, um die Altersvorsorge, um die Existenz. Und mit jedem weiteren Tag der Corona-Einschränkungen werden die jetzt schon großen Verluste jedes einzelnen Menschen noch schlimmer.

In einer solchen Situation brauchen wir eine entschlossene Bundesregierung, die den Bürgerinnen und Bürgern zuhört, ihnen Mut macht und eine klare Perspektive aufzeigt. Die Beschränkungen müssen weg bis ans Maximum dessen, was die medizinische Lage zulässt. Bei den Beschlüssen der deutschen Regierungschefs tun sich mir da echte Fragezeichen auf.

Warum Öffnung des Einzelhandels bis 800 m² Ladenfläche? Das ist zwar besser als 400 m², was die FDP in Jamaika anscheinend verhindern musste – aber immernoch vollkommen willkürlich. Kommt es nicht auf den Abstand der Menschen zueinander an? Kann ich in einem Laden mit 801 m² etwa keinen ausreichenden Abstand zu anderen Kunden halten? Warum darf die Gastronomie nicht öffnen, selbstverständlich unter pandemisch sinnvollen Auflagen? Gerade beginnt die Außensaison, Abstandsgebot und Café Latte ließen sich gerade draußen erstklassig unter einen Hut bringen. Und warum können Ferienwohnungen nicht genutzt werden? Diese Gäste machen Radwanderungen, gehen spazieren, versorgen sich selbst und kuscheln sich abends aufs Sofa – alles außerordentlich kontaktarm und mit dem Abstandsgebot super zu vereinen. Die Akzeptanz von Regeln hängt davon ab, dass sie nachvollziehbar sinnvoll sind; ist das hier gegeben?

Wir brauchen eine Perspektive, einen mutigen Blick nach vorne, kein Angst machendes Gerede vom „zerbrechlichen Zwischenerfolg“. Verunsichert sind die Menschen selbst, dafür brauchen sie keine Regierung. Jetzt wäre ein „Wir schaffen das“ passend gewesen, Lob für das disziplinierte Verhalten, optimistisch und gepaart mit einem klugen, fundierten Plan. Leider war es nichts davon.

Wir brauchen eine Bundesregierung, die weiß, was sie tut. Die sich ungeklärter Fragen annimmt: Wer hat denn nun Recht, Streeck oder Drosten? RKI oder UKE? Sterben die Menschen mit Corona oder an Corona? Ist der schwedische Weg gangbar oder fatal? Liegt die Sterblichkeit bei 0,37 oder bei 1,98 Prozent? Und warum stützen wir uns nicht auf Untersuchungen exzellenter deutscher Universitäten, sondern auf die Johns-Hopkins-Universität im offenbar selbst überforderten Amerika?

Die Maßnahmen, die gerade getroffen werden, entscheiden über das Wohl von Millionen Deutschen. Bauchgefühl oder Stochern im Nebel ist nicht akzeptabel. Wir brauchen Optimismus, Vernunft und German Mut. Los nu, GroKo, regiert das Land!