STATEMENT: Das deutsch-dänische Grenzland – bald Weltkulturerbe?

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Das Zusammenleben von Dänen und Deutschen in der Grenzregion soll bald auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes stehen, das hat die dänische Staatsregierung jetzt beantragt. Darüber freuen sich vor allen Dingen die Minderheiten beiderseits der Grenze, die deutsche Minderheit in Dänemark und die dänische Minderheit in Deutschland. Auch ich freue mich sehr darüber.
 
Wenn man sich die Vergangenheit mal anguckt dann war das Deutsch – dänische Grenzland nicht immer so friedlich, wie es jetzt ist. Sondern es haben hier ganz blutige Unruhen stattgefunden, Unterdrückung, gegenseitige Abneigung und Verfolgung. Das begann mit der schleswig-holsteinischen Erhebung, die eine Reaktion auf die Unterdrückung durch den dänischen Herrscher war, das ging weiter über den zweiten schleswig-holsteinischen Krieg, zog sich dann auch über die deutsche Besetzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg die Repressalien der Dänen den Deutschen gegenüber. Mittlerweile wissen die Menschen beiderseits der Grenze, was sie aneinander haben. Sie wissen die jeweils andere Kultur zu schätzen, als Bereicherung. Und wenn man ehrlich ist, gründet sich der bescheidene Wohlstand der Grenzregion durchaus auf die Grenzlage. Das sieht man z.b. im dänischen Grenzland, wo eine große Ansammlung von Speditionen ist. Das sieht man aber auch in unserem Grenzland, wenn man z.B. am Samstag in Flensburg durch die Innenstadt geht und die Mengen an dänischen Kunden sieht, die dort die deutschen Geschäfte bevölkern. Also: das deutsch – dänische Grenzland ist ein Paradebeispiel für ein funktionierendes Europa.
 
Für ein Miteinander in Wohlstand und Toleranz. Dafür sollten wir auch weiter kämpfen.